Cannabis als Genussmittel

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Frage:

Cannabis als Genussmittel – Wie soll eine Entkriminalisierung von zumeist aufrechten deutschen Bundesbürgern, die sich für den Gebrauch einer, im Gegensatz zu Alkohol oder Nikotin nachgewiesenermaßen ungefährlicheren Droge entschieden haben, für Sie aussehen?

 

Antwort:

Menschen konsumieren Rauschmittel seit Menschengedenken. Generelle Abstinenz zu erreichen ist in meinen Augen vollkommen unrealistisch und jedweder Versuch, dies mit Staatsgewalt durchzuführen, ist gescheitert. Cannabiskonsum ein fester Bestandteil des Alltags vieler Menschen. Durch die aktuelle Verbotspolitik und die Kriminalisierung der Konsumierenden ist ein risikoarmer Konsum illegalisierter Drogen aber fast unmöglich.
Meiner Ansicht nach, muss sich der Staat endlich auf die Gesundheit der Konsumierenden konzentrieren und nicht auf deren Strafverfolgung. Darüber hinaus macht die aktuelle Drogenpolitik der schwarz-roten Bundesregierung viele negative Folgen von Drogenkonsum – kein Jugendschutz, kein Verbraucherschutz, Finanzierung der organisierten Kriminalität und Drogenkriege weltweit – überhaupt erst möglich.
Für mich ist schon durch meine langjährige Arbeit im Kreistag und Stadtrat klar, dass der Staat hier eher qualitativ eingreifen muss, um z.B. Cannabis welches in Verkehr gebracht werden soll, auf gesundheitsgefährdende Stoffe zu kontrollieren. Was fürs Bier gilt, muss auch für Cannabis gelten: Das Reinheitsgebot. Gleichzeitig brauchen Menschen, die einen problematischen Konsum praktizieren, keine Strafverfolgung, sondern Hilfe.
Wir GRÜNE haben in der gerade auslaufenden Wahlperiode ein Cannabiskontrollgesetzes in den Bundestag eingebraucht, welches von den Regierungsparteien unbegründet abgelehnt worden ist. (Zum Gesetzentwurf: https://dserver.bundestag.de/btd/19/008/1900819.pdf)